Zurück zur Therapiearbeit

Nach dem aufregenden Überraschungsbesuch mit Christin Stark und Matthias Reim kehrt der Therapie-Alltag wieder im Reitstall in Tannheim ein. Und dann heißt es wieder: Aller Anfang ist schwer. Hufe auskratzen, satteln, trensen, aufsteigen, reiten, … alles neue Erfahrungen und Herausforderungen für unsere Patienten- und Geschwisterkinder, Herausforderungen an denen die Therapie-Kinder wachsen. 💪🦓🥰

Stark wie ein Löwe: Matthias Reim

Matthias Reim zu Gast in Tannheim – er erneuerte sein Versprechen, den Song „Stark wie ein Löwe“ der Stiftung Deutsche Kinderkrebsnachsorge und damit den Kindern der Nachsorgeklinik Tannheim zu widmen.

Voller Spannung erwarteten gestern die kleinen Patienten und deren Familien den Schlagersänger Matthias Reim, der sich zu einer Autogrammstunde bei uns angekündigt hatte. Mit dabei hatte er seinen neuen Song „Stark wie ein Löwe“, mit dem er die Stiftung Deutsche Kinderkrebsnachsorge und damit auch die Tannheimer Klinik unterstützt. Pandemiebedingt wurde die Veröffentlichung des Songs verschoben, soll aber nun in Kürze an den Start gehen. Mitgebracht hat er auch seine Partnerin Christin Stark.

Sie ist ebenfalls Schlagersängerin und beglückte die kleinen Patienten mit ihrer herzlichen Art und verteilte nach dem gemeinsamen Rundgang durch die Klinik ebenso fleißig Autogramme wie Matthias Reim selbst. Schön, dass die Beiden Tannheim einmal aus der Nähe sehen wollten. Viel Erfolg für „Stark wie ein Löwe“.

Was Andrea Müller und Volker Kugel versprochen haben, trägt nun bunte Blüten

Aufgrund der Höhenlage von Tannheim zeigt sich die Blütenpracht mit etwas Verspätung nun um so üppiger. Mit der Wucht der Natur entstand in den letzten Tagen ein riesiger Blumenteppich und ziert den neu angelegten Pflasterweg zum Allwetterplatz. 150 qm Blütenteppich – und es summt und brummt. Genau so wollten wir es.

Dank 156 Spenderinnen und Spender vollendeten wir das wichtigste Projekt des Fördervereins in den letzten Jahren. Begonnen hatte es mit dem Allwetterplatz (Paddock), gefolgt vom Pflasterweg um unsere Therapiepferde vor Verletzungen zu schützen. Den Abschluss bildet nun die 150 qm große Bienenwiese, die mit einer üppigen Blütenpracht das Gelände der Reittherapie beeindruckend verschönert. Wir sagen allen Spenderinnen und Spender sowie den vielen helfenden Händen ein herzliches Dankeschön.

Und zum Abschluss natürlich noch einige Schnappschüsse von der riesigen Bienenwiese, an der sich alle täglich erfreuen

KINDER bekommen VORFAHRT

Politik beweist Herz! Riesenfreude und Erleichterung löste die Nachricht aus, dass sich Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gemeinsam mit dem Generalinspekteur Eberhard Zorn dazu entschieden haben, den geplanten Standortübungsplatz vor unserer Klinik n i c h t weiter zu verfolgen.


„Feststimmung“ herrschte somit beim Bekanntwerden der tollen und wichtigen Nachricht für unsere Kinder! Diese feierten wir mit den Kindern und Familien, die sich aktuell hier in Tannheim erholen. Der DANK gilt stellvertretend für alle betroffenen Kinder und Familien, die hier nun auch künftig Ruhe finden und so Kraft und neuen Mut für Ihre Schicksale schöpfen können. Danken wollen wir aber auch allen, die uns bei diesem schwierigen und langen Kampf unterstützt haben. Das kämpfen hat sich gelohnt.

Standortübungsplatz der Bundeswehr wird nicht weiter verfolgt!

Mit großer Freude und Dankbarkeit haben wir die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass sich Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gemeinsam mit dem Generalinspekteur Eberhard Zorn dazu entschieden haben, den geplante Standortübungsplatz vor unserer Klinik nicht weiter zu verfolgen. Dies ist ein großer Tag der Freude und der Erleichterung.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war auch der Besuch des Generalinspekteurs Eberhard Zorn, der seinerzeit mit großer Empathie und Anteilnahme unsere Klinik besuchte, sich mit den Patienten unterhielt und sicher erkannte, dass man kranken Kindern und verwaisten Familien den Vorzug geben muss, vor den vermeintlichen Bedürfnissen eines einzelnen Bundeswehr-Standortes.

Maßgeblich waren sicher auch die vielen Einsprüche, nicht nur die 68.000 Unterschriften der Petition sondern auch die vielen Stellungnahmen durch unsere Gesellschafter, der Fachverbände und befreundete Organisationen. All dies hat bewirkt, dass die Nachsorgeklinik Tannheim auch in Zukunft eine Oase der Ruhe bleiben wird.

Allen, die sich daran beteiligt und engagiert haben, sagen wir ein HERZLICHES DANKESCHÖN!

Der Kampf mit dem Zaumzeug

Das Anlegen des Zaumzeuges bei Pferdes sollte sanft, aber bestimmt erfolgen. Ein wichtiger Lernschritt nicht nur für Reiter, auch für unsere Patienten: Zukünftig Dinge sanft, aber bestimmt zu tun.

Um problemlos das Zaumzeug anlegen zu lassen, muss ein Pferd lernen, auf Kommando (ein Stimmkommando) den Kopf zu senken, das Maul auf leichte Einwirkung hin zu öffnen und sich bereitwillig die Trense einlegen zu lassen. Wichtig: Für jeden Schritt in die gewünschte Richtung loben und nicht zu viel auf einmal erwarten. Merkt das Pferd, dass es die Hand nicht so einfach los wird, hält es irgendwann inne. Erst in diesem Moment sollte man die Hand wegnehmen und das Pferd ausgiebig loben. Und wieder ein kleines Stück Sozialkompetenz erlernt.

Eins, zwei, drei und HOPP

Das selbstständige Aufsteigen erfordert viel körperliches Geschick, ein bisschen Kraft und ganz viel Vertrauen in das eigene Können.

Aufsteigen, damit fängt das Reiten für alle an, egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi: Irgendwie muss man ja aufs Pferd kommen.

Üblicherweise steigt man in allen Reitarten von links auf, dass heißt, dass Pferd steht rechts neben dem zukünftigen Reiter. „Zukünftig“ bezieht sich auf den alten Reiter-Spruch „Ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd – ein Reiter ohne Pferd nur noch ein Mensch“ 😀🦓😂

Warum gerade Pferde für die tiergestützte Therapie?

Pferdepflege, ein wichtiger Aspekt in der Reittherapie. Hierbei geht es nicht nur darum, ein Pferd sauber zu halten. Es geht vielmehr um Dinge wie: Kontaktaufnahme, Abbau von Berührungsängsten, Erleben von Körpernähe oder das Erlernen von Handlungskompetenzen. Pferde sind sehr soziale Wesen. Sie haben sich als Fluchttier hoch spezialisierte Wahrnehmungs-und Verhaltensweisen angelernt. Deshalb können sie bei ihrem Gegenüber sofort emotionale Spannungsfelder wahrnehmen und sich entsprechend darauf einstellen.

Diese Fähigkeit der Pferde, uns unsere innere und äußere Haltung ständig widerzuspiegeln, bietet die Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung. Für uns als Therapeuten dient das Pferd als Co-Therapeut, das uns spiegelt und Feedback gibt. Das Pferd fordert uns zu einer eindeutigen Kommunikation und Klarheit auf. 

Für das Pferd ist es nicht wichtig, was ein Mensch erlebt hat, sondern wie er sich im Augenblick fühlt, und wie authentisch er sich gibt.

Pferde lassen sich nicht durch vordergründige Äußerlichkeiten täuschen.

Pferde reagieren auf Gestik, Stimme, Atmung, Stimmungssignale, Körperspannung und die Echtheit der Beziehung.

Das Pferd bricht schnell Abwehrmechanismen bei Kindern, da es einen sehr hohen Aufforderungscharakter hat.

Das Pferd schafft immer eine beruhigende, motivierende Atmosphäre, zumal es von Natur aus neugierig und freundlich ist.

Beidseitiges Vergnügen oder warum Tiere Kindern guttun?

Kinder, die mit Tieren aufwachsen, leben gesünder. Verschiedene Studien belegen, dass Tiere sich positiv auf die Gesundheit auswirken und auch das Allergierisiko von Kindern verringern können. Zudem lernen Kinder im Umgang mit Tieren, die stillen Signale der Körpersprache besser zu deuten, z. B. wenn ein Tier gerade seine Ruhe möchte oder zum Toben aufgelegt ist. Auf diese Weise bilden sie auch ihre soziale Kompetenz im Umgang mit anderen Kindern aus, sind oft verantwortungsbewusster und emotional stabiler.

Kinder bauen schnell eine tiefe Beziehung zu einem Tier auf. In schwierigen Situationen sind die treuen Begleiter oft eine große Stütze. Als Seelentröster stehen sie immer parat, vermitteln Geborgenheit, trösten bei Kummer und sind die geduldigsten Zuhörer. Ein toller Nebeneffekt beim Kuscheln mit den Tieren: Streicheln reduziert Stress, senkt den Blutdruck und hebt ganz einfach die Stimmung.

Daher ist der Steichelzoo in Tannheim so bedeutungsvoll und für allen REHA-Familien jederzeit geöffnet. Es vergeht kein Tag, an dem die Familien nicht zu Besuch kommen. Sicher ein beidseitiges Vergnügen.

Gratulation zur erfolgreichen Prüfung

Die Ausbildung unserer Therapeuten liegt uns sehr am Herzen, um Ihr Wissen und Können rund ums Pferd für die Reittherapie zu verbessern.

Bei der Weiterbildung haben gleich fünf unserer Therapeutinnen die Prüfung zum Longierabzeichen, dem Pferdeführerschein, mit Erfolg abgelegt. Dieses Longierabzeichen vermittelte praktische und theoretische Fähigkeiten, die in Tests überprüft wurden. Nachdem uns in Tannheim sowohl die Pferde als auch die Reithalle zur Verfügung stehen, konnten wir Corona-konform eine inhouse-Ausbildung organisieren.

Wie alle Weiterbildungen, die der Förderverein sehr gerne unterstützt, ist auch die aktuelle Ausbildung zum Longierabzeichen als Motivation an unserer Therapeutinnen gedacht, sich ständig weiterzubilden zum Wohle unserer Therapiepferde. 

Bienenwiese kann mit SWR-Hilfe nun wachsen

Die SWR-Landesschau Baden-Württemberg gab uns die Ehre, einen Beitrag über das einsäen der Bienenwiese mit Andrea Müller und Volker Kugel aufzuzeichnen. Ein Beitrag, der gestern auch gesendet wurde. Dieses Ereignis wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten, da es in der SWR-Mediathek nicht direkt abrufbar ist.

Eigentlich wäre an diesem Tag die Abreise der Familien der REHA April geplant gewesen. Nachdem ein so besonderes Naturprojekt aber zum Abschluss kam, waren die helfenden REHA-Familien mit Ihren Kindern natürlich noch dabei. Für alle eine schöne Abrundung des Naturprojektes hier in Tannheim. Die Spendensumme übersteigt das notwendige Budget und wird nun für einen Imker mit einem Bienenvolk investiert. Hoffentlich wird es in absehbarer Zeit einen eigenen Nachsorge Honig geben. Wir sind bereits in Gesprächen mit einem Interessenten. Nochmals herzlichen Dank allen Spenderinnen und Spendern!